Das plant Amprion

Die Amprion GmbH plant im Stadtgebiet Hagen die Errichtung einer neuen 110/380 kV Höchstspannungsleitung. Eine 380.000 Volt-Leitung gehört zu den  größtmöglichen in Deutschland zugelassenen Hochspannungsleitungen. Gegenwärtig werden 220 kV-Leitungen auf den vorhanden Masten geführt.

Dieser Artikel ist unterteilt in Genehmigungsverfahren und Einzelheiten zu den Masten:

1.

Das zu durchlaufende Genehmigungsverfahren ist zweistufig:

Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens – der ersten Stufe des Genehmigungsverfahrens - hat Amprion verschiedene Trassenvarianten in die Antragsunterlagen eingebracht. Die Bezirksregierung Arnsberg hat im Oktober 2011 die Variante Hagen-Reh Nord als raumverträglicher beurteilt als die von Amprion favorisierte „Vorzugstrasse“ durch Henkhausen und Elsey. Insbesondere die Entlastung des Siedlungsbereichs und Spielräume zum Schutz der Wohnbevölkerung  im Verlauf der Variante haben hier den Ausschlag gegeben.

In der zweiten Stufe des Genehmigungsverfahrens, in der wir uns nun im Frühjahr 2018 befinden, dem sogenannten Planfeststellungsverfahren, muss Amprion nur eine Trassenvariante mit detaillierter Angabe der Maststandorte in den Antrag einbringen. Hierbei darf - und dies ist für uns Betroffene ganz wichtig - der Antragsteller vom Ergebnis des Raumordnungsverfahrens abweichen.

 


Die Antragsunterlagen werden öffentlich in der Regel für einen Monat ausgelegt. Die Einwendungsfrist für Betroffene endet schon zwei Wochen nach Ende der Auslegungsfrist. Nur wer eine Einwendung erhebt, kann später mit (ausschließlich) dieser Einwendung ein Klageverfahren führen.


Amprion hat nun bekannt gegeben, abweichend vom Raumordnungsergebnis durch Henkhausen und Elsey zu planen.

Die in den Grundbüchern eingetragenen Freileitungsrechte hat Amprion bereits auf sich als Rechtsnachfolger der Elektromark  umschreiben lassen.


Amprion will also trotz entgegenstehendem Beschluss im ROV die neue Höchstspannungsfreileitung durch Henkhausen und Elsey errichten. Hauptgrund sei hier der in der Variante Reh-Nord auftretende größere "Raumwiderstand", d.h. umweltrechtliche Gründe und eine angeblich größere Rechtssicherheit.

Hiergegen wehren wir uns als in einem Verein zusammengeschlossene Bürger!

2.

Die neuen Masten  werden teilweise fast doppelt so hoch wie die vorhandenen Masten. Die unterste Traverse wird sich auf etwa der gleichen Höhe befinden, wie die jetzt unterste.

Die Masten werden höher sein als die Stiftskirche oder das Hagener Arbeitsamt!!!!

Auf der obersten Traverse wird auf jeder Seite eine Phase mit je 4 Leiterseilen aufgehängt, auf der zweiten Traverse rechts und auch links jeweils zwei Phasen mit je 4 Leiterseilen. Die "Bündelleiter" werden durch Abstandshalter miteinander verbunden. Diese sechs Phasen bilden dann die beiden 380 KV-Stromkreise.

Auf der dritten Traverse wird rechts und links jeweils eine Phase mit je drei Doppelleiterseilen aufgehängt, die die beiden 110 KV-Stromkreise bilden.

Insgesamt tragen die neuen Masten also jeweils 36 Leiterseile zzgl. Blitzschutzseil !!!!!!!

Bislang werden 11 Leiterseile auf zwei parallel verlaufenden Masten geführt !!!!!

Wenn Sie sich eine Vorstellung von den drohenden Masten und Leitungen machen wollen, empfehlen wir, die  BAB 45 in Richtung Dortmund zu fahren. Zwischen dem Kreuz Dortmund/Witten und Dortmund-Eichlinghofen verlaufen entlang der Autobahn vergleichbare Masten mit der entsprechenden Anzahl von Leitungen.


An der Bodenoberfläche werden vier Betonköpfe sichtbar sein mit einem Durchmesser von 1 m – 1,20 m. Die Größe der Fundamentplatten ist von Masttyp, Masthöhe und den Bodenverhältnissen abhängig und kann bis zu 400 qm  (!) betragen.